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27.09.2019

Zwei neue Studien zu Digitalisierung in der Produktion

Fraunhofer IAO und Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik untersuchen digitale Potenziale für die Produktion

Zwei neue Studien des Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) untersuchen die Digitalisierung in der Produktion. Das Standpunktpapier "Ki in der Produktion" kommt dabei von der WGP. In Zusammenarbeit mit der Industrie haben die Professoren damit erstmals einen systematischen Handlungsleitfaden für Unternehmen entwickelt, die sich für KI-Technologien interessieren. Der Leitfaden zeigt, wie sie in kleinen und beherrschbaren Schritten ihre Produktion smarter machen. Der Clou dabei: Die Professoren verfolgen nicht den üblichen datengetriebenen, sondern einen prozessgetriebenen Ansatz.

Dies macht laut Prof. Jörg Krüger, Hauptautor des Standpunktpapiers, einen großen Unterschied:

„In aller Regel schauen Unternehmen nämlich nach den Daten, die sie gesammelt haben und versuchen daraus, neue Erkenntnisse und damit neue Wertschöpfung zu erzielen. Wir schauen uns dagegen die Prozesse an, die wir sehr genau kennen. Und daraus leiten wir ab, wo wir gezielt Daten erfassen müssen und wo KI gezielt eingesetzt werden kann, um Prozesse zu optimieren. Damit wird die Integration von KI in die Produktion deutlich effizienter.“

Die zweite Studie wurde Fraunhofer IAO angefertigt und untersucht heutige und zukünftige Einsatzpotenziale verschiedener Technologien. Ziel der Studie war es, die heutigen und zukünftigen Potenziale für Anwender und Anbieter von digitalen Assistenzsystemen zu ermitteln. Dafür hat das Forschungsteam insgesamt 144 Mitarbeitende aus produzierenden Unternehmen zu verschiedenen Technologien, deren Anwendungsbereich und Verwendungszweck befragt.

Zu den wesentlichen Erkenntnissen der Umfrageergebnisse gehört, dass digitale Assistenzsysteme vor allem in den Bereichen der Fertigung und Montage verstärkt zum Einsatz kommen werden. Hintergrund dafür ist der zunehmende Bedarf an stationären Arbeitsplätzen, an aktuellen Informationen am Arbeitsplatz und der Wunsch nach Reduzierung von Laufwegen und Wartezeiten. Dabei vermuten die Befragten den größten Einsatzzuwachs bei Technologien aus den Bereichen Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR).

Außerdem wurde anhand der Umfrageergebnisse deutlich, dass die Hemmschwelle zur Anschaffung und zum Einsatz von digitalen Assistenzsystemen für viele Unternehmen, insbesondere für mittelständische, sehr hoch ist. Neben dem großen Kostenfaktor spielen demnach auch fehlende technische Voraussetzungen und Unklarheiten über den Nutzen der Technologien eine entscheidende Rolle.