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20.02.2018

Weiterbildung ist die Quintessenz der Arbeitswelt von Morgen

Dies zeigen drei zum Thema erschienene Publikationen

Eine gute Weiterbildung ist der Schlüssel, um die Beschäftigungsfähigkeit in der digitalen Transformationen zu erhalten, in dieser Meinung sind sich drei kürzlich erschienene Publikationen einig. Dabei geht es sowohl um die Vermittlung digitaler Kompetenzen als auch um die Digitaliserung der Weiterblidung selbst. Dazu der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) Friedrich Hubert Esser im Editorial der aktuellen Ausgabe der BIBB-Fachzeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis – BWP“ zum Thema „Weiterbildung“:

„In einer Arbeitswelt von morgen mit steigenden Datenmengen, kürzer werdenden Halbwertszeiten von Wissen sowie einer erhöhten Flexibilität am Arbeitsplatz ist berufliche Weiterbildung schon lange nicht mehr Kür, sondern Pflicht!",

Die Publikation geht der Frage nach welche Angebote und Lernformen angesichts technologischer Neuerungen, Veränderungen in der Beschäftigtenstruktur und Fachkräftemangel erforderlich sind, um die Herausforderungen der digitalen Transformation in der Weiterbildung anzugehen. Für Esser kann nach heutigem Kenntnisstand nur ein intelligent-kreativer Mix aus Präsenz- und netzgestützten Weiterbildungsangeboten ein qualitativ angemessener Weg sein, um Fachkräfte zukunftsfähig im Prozess der Arbeit weiterzubilden:

„Der Umgang mit leistungsstarken IT-Infrastrukturen sowie das Arbeiten und Lernen in Virtual- und Augmented-Reality-Umgebungen oder mithilfe von Erklärvideos und Tutorials sind längst keine Zukunftsmusik mehr.“

Auch die Bertelsmann Stiftung hat sich mit Thema Digitalisierung der Weiterbildung im Rahmen des "Monitor Digitale Bildung" befasst. Laut der Studie steigert das Internet die Möglichkeiten für die persönliche Weiterbildung enorm - jedoch bleiben dabei traditionelle Weiterbildungsanbieter auf der Strecke, sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung:

"Suchmaschinen laufen traditionellen Bildungsanbietern im Internet den Rang ab. Den Nutzern bleiben als Quelle meist nur Gatekeeper wie Google und YouTube in Erinnerung"

Etwa die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland gab an, eigenständig über das Internet zu lernen. Massive Open Online Courses (MOOCs) nutzen jedoch nur etwa ein Prozent der Online-Lernenden, so die Studie. Während das informelle Lernen also bereits zu großen Teilen digitalisiert hat, steht der Umbruch der Lerngewohnheiten bei den meisten etablierten Anbietern von Fort- und Weiterbildung noch bevor. Vor allem in Volkshochschulen und bei öffentlich geförderten Angebote dominieren bislang noch klassische Präsenzkurse.

Die neuste Ausgabe des dotmagazine des eco — Verband der Internetwirtschaft e.V. beschäftigt sich unter dem Titel "New Work & Digital Education" ebenfalls mit der Frage, wie die digitale Transformation die Arbeitswelten verändern wird. Lucia Falkenberg vom eco Verband ist davon überzeugt, dass "New Work" in der digitalisierten Welt zwar zu einer kreativen und humaneren Arbeitswelt führt, jedoch unter der Bedingung, dass Technik- und Medienkompetenz weiterentwickelt werden. So fordert sie, dass das Thema Digitalisierung bereits im Klassenzimmer nicht allein im Informatikunterricht, sondern fächerübergreifend behandelt wird.