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31.07.2019

Smart Devices bei der Arbeit: Unterstützung oder Belastung?

Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund untersucht Wirkung von smarten Geräten

Intelligente Technologien ziehen in immer mehr Arbeitsbereiche ein. Während Beschäftigte zum Beispiel durchs Warenlager laufen, bekommen sie Informationen auf Datenbrillen angezeigt oder via Headsets durchgegeben. Dabei stellt sich die Frage: Inwiefern unterstützt derart vernetzte Technik die Beschäftigten? Forschende des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) untersuchen in Abhängigkeit von verschiedenen smarten Geräten, wie Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung beeinflusst werden, wenn wir in Bewegung sind.

Wer im Warenlager arbeitet, muss Informationen gleichzeitig verarbeiten und ist dabei viel in Bewegung. Digitale Hilfsmittel wie Datenbrillen oder Headsets sollen helfen, diese Auftragsdaten effizient zu verarbeiten. Bislang ist aber noch unklar, wie sich der Einsatz solcher Technologien auf den Menschen auswirkt. Am IfADo wird genau diese Fragestellung erforscht. 24 Probandinnen und Probanden mussten dazu sowohl im Stehen als auch im persönlichen Wohlfühltempo auf einem Laufband Aufgaben lösen. Während zwei Versuchsdurchgängen trugen die Testpersonen eine Datenbrille, beziehungsweise ein Headset, worüber sie Sortieranweisungen bekamen.

Es zeigten sich verschiedene Zusammenhänge: Wenn die Testpersonen länger am Stück und im Stehen dieselbe Aufgabe wiederholten, reagierten sie mit Headset schneller. Sie machten in diesem Szenario aber mehr Fehler beim Sortieren, wenn die Informationen übers Headset kamen und nicht per Datenbrille eingeblendet wurden. In Bewegung konnten die Testpersonen sich wiederholende Aufgaben mit der Datenbrille gut lösen. Wenn die Handlungsanweisungen allerdings wechselten, waren sie durch die Brille stark abgelenkt und reagierten langsamer. Ob eine Datenbrille oder ein Headset besser für logistische Arbeiten geeignet sind, lässt sich somit nicht pauschal beantworten

Im Hinblick auf den demografischen Wandel interessiert die Forschenden zudem, welchen Einfluss das Alter auf die Informationsverarbeitung beim Arbeiten mit Technik und in Bewegung hat. Denn ob jemand im Gehen aufmerksam sein kann, ist auch eine Frage des Alters: Eine ältere Person muss mehr Ressourcen alleine fürs Gehen aufwenden. Für sie ist es daher schwieriger, sich gleichzeitig noch auf andere Aufgaben zu konzentrieren. Die Forschenden führen daher aktuell eine Studie mit jüngeren und älteren Testpersonen durch. Ab dem kommenden Jahr können die Forschenden ihre Experimente dann in einem Hightech-Ganglabor durchführen, in dem reale Arbeitsplatzsituationen mithilfe von VR-Anwendungen simuliert werden können.

Eine Studie der International Labour Organization (ILO) zeigt zudem, dass  Berufstätige, die zunehmend mit intelligenten Geräten arbeiten, das Gefühl bekommen können, die Autonomie über ihre Arbeit zu verlieren. Auch könnten sie die Interaktion mit Kollegen vermissen, mit denen sie früher mehr Informationen direkt oder per Telefon ausgetauscht haben. Das könne zu Stress und Isolations-gefühlen führen, so die ILO. Die Studie „Safety and Health at the Heart of the Future of Work“ steht zum Download zur Verfügung.