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20.08.2018

NRW: KMU-Digitalisierungsindex 2018 vorgestellt

Aufholbedarf bei Nutzung der Digitalisierung für neue Geschäftsmodelle und der Qualifizierung der Mitarbeiter

Die mehr als 750.000 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen – doch viele zeigen bei der Nutzung der Digitalisierung für neue Geschäftsmodelle und der Qualifizierung der Mitarbeiter noch Aufholbedarf. Das ist ein Ergebnis des „Digitalisierungsindex von KMU in NRW 2018", der sich auf eine Erhebung im Zeitraum von Ende 2017 bis zum Frühjahr 2018 in NRW bezieht und den Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart jetzt vorgestellt hat. Es handelt sich um eine vom Sparkassenverband Westfalen-Lippe in Auftrag gegebene Neuauflage der im Jahre 2017 vom Landeswirtschaftsministerium erstmalig beauftragten Studie.

Zur Beschleunigung der digitalen Entwicklung von KMU erweitert die Landesregierung ihr Förderprogramm „Mittelstand.innovativ!“ um eine ergänzende Förderung für digitale Beratungsleistungen. Sie verdoppelt ihre Beratungshilfen in den kommenden drei Jahren auf insgesamt 21 Millionen Euro. Zudem hilft das Land bei der Finanzierung von Digitalisierungsvorhaben über die landeseigene NRW.BANK, die im Zusammenwirken mit den Sparkassen, Volks- und Geschäftsbanken einen neuen Digitalisierungskredit für die kleinen und mittleren Unternehmen anbietet. Die Initiative des Landes zielt auf die drei Bereiche Awareness, Beratung und Finanzierung ab. Dazu Minister Pinkwart:

„Die Studie belegt: Wir müssen vor allem kleine und mittlere Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation unterstützen. Notwendig sind flächendeckende Beratungs- und Förderangebote. Daran müssen wir gemeinsam mit Kammern, Fachverbänden, Banken und Wissenschaft arbeiten. Mit der Digitalisierungsinitiative der Landesregierung und dem neuen Digitalisierungskredit helfen wir dem Mittelstand, die Chancen der Digitalisierung auch durch die Qualifizierung der Mitarbeiter noch besser zu nutzen.“

Der Digitalisierungsindex wurde von der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld (FHM) erstellt. Sie hat in Kooperation mit dem Sparkassenverband Westfalen-Lippe den Digitalisierungsstand von KMU in Nordrhein-Westfalen im Frühjahr 2018 gemessen. Prof. Dr. Volker Wittberg, Prorektor Forschung & Entwicklung der Fachhochschule des Mittelstands sagte zur Studie:

„Der nordrhein-westfälische Mittelstand geht einen evolutionären, nicht revolutionären Weg in die Digitalisierung. Während bereits viele technische Voraussetzungen geschaffen sind, liegen die größten Potenziale in der wirkungsvollen Digitalisierung der Wertschöpfungsprozesse sowie der Mitarbeiterqualifizierung.“

Einige Ergebnisse des Digitalisierungsindex im Überblick

  • Von 10 möglichen Indexpunkten erreichten die KMU in Nordrhein-Westfalen nur einen Wert von 4,1. Vor allem kleine Unternehmen haben noch immer einen sehr niedrigen Digitalisierungsstand. Mit der Unternehmensgröße steigt dieser.
  • Bereits 2016 hatten KMU einen guten Digitalisierungsstand bei der digitalen Infrastruktur, dieser Trend hat sich fortgesetzt.
  • Im Vergleich zu 2016 hat sich das Engagement für Fragen der digitalen Sicherheit erhöht.