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21.10.2019

Mit Augmented-Reality durch den ­öffentlichen Raum

Interdisziplinäres Forschungsprojekt der FH ­Bielefeld entwickelt App für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung

Für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung können ungeplante Ereignisse wie eine neue Baustelle oder eine defekte Ampel auf ihrem Weg zur Arbeit zu einer Herausforderung werden. In einem interdisziplinären Projekt der Fachhochschule (FH) Bielefeld arbeiten nun Forschende daran, für diese Nutzergruppe, eine App zu entwickeln, die sie dabei unterstützt, sich selbstständig und sicher im öffentlichen Raum zu bewegen.

Für das Projekt „PAGAnInI“ (Personalized Augmented Guidance for the Autonomy of People with Intellectual Impairments) arbeiten sowohl Forschende des Fachbereichs Sozialwesen als auch Informatiker des Fachbereichs Campus Minden der FH Bielefeld zusammen. Neben der technischen Entwicklung steht die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer stark im Fokus.

Prof. Dr. Udo Seelmeyer, der am Fachbereich Sozialwesen Sozialarbeitswissenschaft lehrt, erklärt:

„Unser Ziel ist es, neue digitale Technologien auch in der Sozialen Arbeit innovativ einzusetzen. Damit ergeben sich für Fachkräfte und Organisationen aber auch Herausforderungen, die wir im Projekt untersuchen und bewältigen wollen“

Ziel der App wird es sein, Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen in ihrem Lernprozess auf dem täglichen Arbeitsweg zu begleiten und zu unterstützen. Dabei soll es mehr sein als nur eine reine Navigations-App: Das System ist jeweils individuell an den Lernstand der einzelnen Nutzerinnen und Nutzer angepasst und lernt gleichzeitig mit. Die Betreuerinnen und Betreuer übernehmen eine Monitoring-Funktion. Über ein eigenes Interface haben sie die Möglichkeit, das Wegetraining der Nutzerinnen und Nutzer zu verwalten und Lernerfolge gemeinsam mit ihnen zu besprechen.

Gefördert wird das Forschungsvorhaben PAGAnInI mit mehr als einer Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderrichtlinie „Lebensqualität durch soziale Innovationen (FH-Sozial)“. Die Laufzeit beträgt vier Jahre.