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24.06.2019

Geschlechterrollen und Integration im Zeitalter der Digitalisierung

Sachverständige informieren Enquetekommission des Landtags NRW über Chancen und Risikien der digitalen Transformation

Die Enquetekommission "Digitale Transformation der Arbeitswelt in Nordrhein-Westfalen" des Landtags NRW beschäftigt sich aktuell mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf Geschlechterrollen und Integration. In schriftlichen Stellungnahmen haben Experten aus Wissenschaft und IT auf die Chancen aber auch auf die Risikien der zunehmenden Digitalisierungsprozesse hingewiesen.

Bis 2025 könnten 1,5 Millionen Arbeitsplätze wegfallen, aber genauso viele entstehen, vor allem in der IT-Branche und im Gesundheitswesen. Aus diesem Grund werden digitale Kompetenzen immer wichtiger werden. Da aber verhältnismäßig wenige Frauen in IT- oder MINT-Berufen arbeiten, kann dies laut dem Insititut der deutschen Wirtschaft zu einem Problem werden. Im dritten Quartal 2018 lag der Anteil an Frauen in MINT-Berufen bei 15 Prozent. In Nordrhein-Westfalen waren es sogar nur 13 Prozent, das ist der zweitniedrigste Wert aller Bundesländer.

Ein Grund für diese Zahlen zeigt sich schon in der Schule. Laut einer aktuellen DIW-Studie schätzen Mädchen bereits in der fünften Klasse ihre Fähigkeiten in Mathematik deutlich niedriger als Jungen ein. Eine weitere Studie zeigt, dass Eltern die mathematischen Fähigkeiten ihres Sohnes grundsätzlicher positiver einschätzen, als die ihrer Tochter. Neben gesellschaftlich geprägten Stereotypen und anderen Einflussfaktoren sorgt auch diese frühe, pessimistische Einschätzung später für eine unterschiedliche Berufswahl.

Ein Vorteil der Digitalisierung liegt darin, dass sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern wird. Internet und mobile Endgeräte spielen hierbei eine gewichtige Rolle. Allerdings steht nicht jeder dem mobilen Arbeiten positiv gegenüber; knapp zwei Drittel, die kein Homeoffice nutzen, nannten in einer Befragung als Grund die strikte Trennung von Beruf und Privatem.

Bei der Integration sehen die Sachverständigen positive Auswirkungen der Digitalisierung. Laut der LambdaQoppa Enterprise GmbH helfen automatische Übersetzungen Menschen mit Einschränkungen, Behinderungern oder Sprachbarrieren. Durch digital erstellte Lebensläufe und Sprachbefehle kann der Einstieg in den Arbeitsmarkt so zielgruppengerecht erleichtert werden.