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24.07.2018

Flexible Arbeitswelten: Uni Paderborn erforscht neue soziale Infrastrukturen für Industrieproduktion

NRW-Fortschrittskolleg arbeitet an Modellen für effiziente Produktionsprozesse

Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 – der „Arbeitsplatz der Zukunft“ ist längst Realität geworden. Roboter und das „Internet der Dinge“ gehören in zunehmendem Maße bei produzierenden Unternehmen zum Standard. Der Mensch schafft sich selbst ab – das befürchten zumindest viele Arbeitnehmer. Klar ist jedenfalls: Die Rolle der Beschäftigten ändert sich. Neue soziale Infrastrukturen müssen her, die die technische Entwicklung zwar angemessen berücksichtigen, aber dennoch den Arbeitnehmer in den Mittelpunkt stellen.

Am NRW-Fortschrittskolleg „Gestaltung von flexiblen Arbeitswelten – Menschenzentrierte Nutzung von Cyber Physical Systems in Industrie 4.0“ arbeiten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universitäten Paderborn und Bielefeld nicht nur interdisziplinär, sondern auch mit nicht-wissenschaftlichen Akteuren aus Wirtschaft, Politik oder Zivilgesellschaft zusammen. Ziel der Forscher ist es, Produktionsprozesse effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Rolle der Beschäftigten im Rahmen der neuen sozialen Infrastrukturen in den Fokus zu rücken.

Zur Veränderung von Arbeitsprozessen erklärt Prof. Dr. Gregor Engels von der Universität Paderborn:

„Im Rahmen von Industrie 4.0 sind Maschinen miteinander vernetzt und mit einer Software ausgestattet. Das wird – stark vereinfacht – als „Cyber Physical System“ bezeichnet. Diese Kombination ermöglicht es, dass ein und dasselbe Gerät in unterschiedlichen Kontexten anders eingesetzt werden kann. Die Maschinen werden zu intelligenten Produkten, die auf ihre Umwelt reagieren.

Für eine Optimierung der Abläufe werden zahlreiche sensorische Daten ausgewertet. Es wird auch erfasst, wie es um Zufriedenheit und Stresslevel der Arbeitnehmer bestellt ist. Letztendlich sollen diese Daten der Festlegung von optimalen Handlungsempfehlungen sowie deren Umsetzung dienen. Der richtige Umgang mit den gesammelten Daten muss zudem rechtlich abgesichert sein.

Bis sich diese fundamentalen Veränderungen in der Industrie allerdings etabliert haben, werde es wohl noch fünf bis zehn Jahre dauern, lautet die Einschätzung des Informatikers.