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11.09.2018

Fachkongress eHealth.NRW diskutiert Umsetzung der elektronischen Patientenakten

Eine moderne Gesundheitsversorgung braucht einheitliche elektronische Aktenlösungen

Rund 220 Besucher kamen am 10. September zum vierten Fachkongress "eHealth.NRW – Das digitale Gesundheitswesen" in den RuhrCongress Bochum und informierten sich über aktuelle Entwicklungen und Lösungswege zur Umsetzung elektronischer Patientenakten (ePA). Bei dem vom ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin in Kooperation mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen veranstalteten Kongress diskutierten hochkarätige Referenten u. a. über die Anforderungen an ein neues E-Health-Gesetz, die nächsten Schritte zur Einführung elektronischer Aktenlösungen sowie über die Bedürfnisse der Anwender und Patienten. Darüber hinaus wurden ausgewählte Aktenlösungen aus der Praxis vorgestellt.

Günter van Aalst, stellvertretender ZTG-Aufsichtsratvorsitzender eröffnete den Fachkongress:

"Ziel der Fachtagung ist es, richtungsweisende Impulse zu geben. Es gibt in Deutschland mehrere innovative Ansätze für einrichtungsübergreifende Patientenakten. Sie verdeutlichen, welche IT-Leistungen bereits jetzt im Versorgungsalltag möglich sind und wie wirkungsvoll sie Versorgungsprozesse und Behandlungsabläufe optimieren können. Für ein einheitliches Angebot an eAkten haben wir in Nordrhein-Westfalen nötige Veränderungen der Versorgungsstrukturen im Blick."

Prof. Dr. Peter Haas (Fachhochschule Dortmund) benannte bei seinem Einführungsvortrag zu elektronischen Patientenakten bedeutsame Voraussetzungen für eine gelingende Realisierung. Es sei wichtig, eine einheitliche Konzeptualisierung zu haben, was eine ePA eigentlich ist. Das könne beispielsweise durch charakterisierende Attribute, wie die eindeutige Angabe des Gegenstandsbereichs, des Verwendungszwecks, der Inhalte, der Verteilung und des Krankheitsbezugs sowie der Moderation, erfolgen. Derzeit gebe es viele Lösungsansätze, die eine gemeinsame Zielsetzung einen müsse, so Haas.

Dass bereits sektorübergreifend kooperiert wird, zeigen aktuelle Projekte aus Nordrhein-Westfalen, in denen elektronische Aktenlösungen in der Versorgung genutzt werden. Mathias Redders (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen) betonte in seiner Vorstellung der NRW-Digitalisierungsstrategie das aktuelle und zukünftige Engagement des Landes:

"Wir sind stolz, so viele innovative Projekte in NRW zu haben, die zum Ziel haben, die Kommunikation im digitalen Gesundheitswesen zu stärken. Denn nur dann, wenn Ärzte sektorübergreifend miteinander kommunizieren können, ist dafür gesorgt, dass Patienten auf einem noch höheren Niveau versorgt werden können. Mit unserer Strategie für ein digitales Nordrhein-Westfalen sind wir bundesweit Vorreiter und verstärken unser Engagement insbesondere im Bereich der elektronischen Akten noch weiter."

Bei der anschließenden Diskussionsrunde zum Thema "Anforderungen an ein neues Gesetz" sprachen sich die Podiumsdiskutanten einstimmig für eine gemeinsame, einheitliche Schnittstellenstruktur aus.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden weitere Schritte zur Einführung elektronischer Patientenakten diskutiert, ein Blick in die Praxis gewagt und Anforderungen der Anwender und Patienten betrachtet. Während des Fachkongresses bot eine begleitende Poster-Ausstellung die Möglichkeit, sich über aktuelle Projekte und Lösungen aus dem auf GMK-Beschluss gegründeten "Forum Elektronische Patientenakten" (ePA-Forum) zu informieren.