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05.04.2018

Digitalisierung schafft Jobs, braucht aber gezielte Förderung

ZEW stellt Ergebnisse des Projekts „Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit“ vor

Der digitale Wandel schafft mehr Arbeitsplätze, als er zerstört, stellt dabei jedoch Arbeitskräfte und Betriebe aber auch die Politik vor große Herausforderungen. Zu diesem zentralen Ergebnis kommt ein Projekt zum Thema „Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit“ mit Blick auf den deutschen Arbeitsmarkt, das vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.

Das nun vorgelegte Gutachten zeigt, dass Technologieinvestitionen die Beschäftigung bereits zwischen den Jahren 2011 und 2016 um etwa ein Prozent erhöht haben. Zwar fällt dieser im Vergleich zum Gesamtbeschäftigungszuwachs von 8,5 Prozent zwischen 2011 und 2014 relativ gering aus, aber es ist zu erwarten, dass die geplanten betrieblichen Technologieinvestitionen die Gesamtbeschäftigung für den Zeitraum zwischen 2016 und 2021 um weitere 1,8 Prozent erhöhen werden.

Aufgrund der insgesamt positiven Beschäftigungseffekte sollten nach Ansicht der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern neue Technologien daher gezielt gefördert werden. Vor allem da sich eine wachsende technologische Kluft in der deutschen Betriebslandschaft abzeichne, so Melanie Arntz vom ZEW:

„Betriebe, die in der Vergangenheit bereits stark in moderne digitale Technologien investiert haben, gehören auch weiterhin zu den Vorreitern, während Nachzügler zusehends ins Hintertreffen geraten.“

Daneben zeige sich auch, dass Investitionen in digitale Technologien eine steigende Ungleichheit in der Arbeitswelt mitverursachen. Vor allem Berufe mit Routinetätigkeiten verlieren laut der Studie durch digitale Prozesse an Bedeutung, während analytische Berufe wie etwa Softwareentwicklung und Programmierung aber auch interaktive Berufe etwa in den Bereichen Human- und Zahnmedizin deutliche Zuwächse verzeichnen können. Melanie Arntz erläutert in diesem Zusammenhang:

„In erster Linie profitieren Hochlohn-Berufe und -Sektoren in Form höherer Beschäftigungs- und Lohnzugewinne von neuen Technologien, während durchschnittlich und niedrig entlohnte Berufe und Sektoren zurückfallen."

Diese Entwicklung wird dem Projektbericht zufolge auch die nächsten fünf Jahre anhalten. Um dem zu begegnen, besteht die eigentliche Herausforderung von Digitalisierung und Industrie 4.0 den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge darin, die Arbeitskräfte gezielt auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vorzubereiten und damit die Möglichkeiten jedes einzelnen zu verbessern, durch einen Wechsel in wachsende Branchen und Berufsfelder vom digitalen Wandel zu profitieren.