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23.10.2019

Digitale Zukunft & Arbeit 4.0: Gemeinsamer Forschungsschwerpunkt der Universitäten Paderborn und Bielefeld

Crowdworking als neues Beschäftigungsmodell

Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft stecken in einer der größten Umbruchphasen der vergangenen Jahrzehnte: Die digitale Zukunft ist schon heute überwiegend Realität geworden. Disruptiv – so der einschlägige Begriff für das Aufbrechen von etwas bereits Etabliertem – ist das Zauberwort für neue Prozesse, die u. a. im Kontext von Arbeit 4.0 entstehen und auf vielfältige Weise ineinandergreifen. Die zugrundeliegenden Mechanismen ganzheitlich zu erfassen, ist Ziel eines gemeinsamen Forschungsschwerpunktes der Universitäten Paderborn und Bielefeld.

Im Kern geht es darum, die Digitalisierung der Arbeit umfassend aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Was dabei entsteht, ist ein Gesamtkonzept des digitalen Wandels für Unternehmen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie für Selbstständige und Privatpersonen. Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen wie der Informatik, der Soziologie, der Psychologie oder der Betriebswirtschaftslehre arbeiten interdisziplinär zusammen, um Gestaltungsmöglichkeiten zu identifizieren und neuartigen Entwicklungen wie etwa dem Crowdworking ein wissenschaftliches Fundament zu geben.

Als neue Form der Arbeitsorganisation ist vor rund zehn Jahren das sogenannte Crowdworking in Deutschland entstanden. Kleinere Aufträge wie Datenpflege, Texterstellung oder Designanfertigungen werden dabei am PC erledigt – häufig von zuhause aus. Das bedeute auf der einen Seite ein hohes Maß an Flexibilität, auf der anderen Seite aber auch wenig Sicherheiten, so Engels weiter. Feste Stundenlöhne und Bezahlungen nach Tarif seien in der Regel Mangelware.

Das gemeinsame Projekt der beiden Universitäten hat große Strahlkraft. Prof. Dr. Gregor Engels, Sprecher des Forschungsschwerpunktes, erklärt:

„Mit dem Forschungsschwerpunkt ‚Digitale Zukunft‘ wird die gesamte Region OWL als Innovationstreiber gestärkt. Durch anwendungsorientierte Grundlagenforschung werden nachhaltige Lösungen geschaffen und Blaupausen für Wirtschaft und Industrie erstellt“

Der Aufbau des Forschungsschwerpunktes „Digitale Zukunft“ wurde bereits 2017 vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Kunst und Wissenschaft mit zwei Millionen Euro unterstützt.