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18.09.2018

Digitale Arbeitswelt: Bedarf nach Spezialisten und Weiterbildung bei steigender Belastung

Zwei Studien zu Auswirkungen des Digitalen Wandels auf den Arbeitsmarkt und die Arbeitsbedingungen der Zukunft

Der Stifterverband hat im Rahmen seiner Future-Skills-Initiative gemeinsam mit der Unternehmensberatung McKinsey das Diskussionspapier "Future Skills: Welche Kompetenzen in Deutschland fehlen" vorgestellt. Für die Studie wurden mehr als 600 Großkonzerne, mittlere und kleine Unternehmen sowie Start-ups befragt. Nach deren Einschätzung werden bis zum Jahr 2023 rund 700.000 zusätzliche Technologiespezialisten in allen Branchen und Industriezweigen benötigt. Besonders groß ist der Bedarf an Experten zum Thema komplexe Datenanalyse (455.000). Zudem benötigen die Unternehmen in den kommenden fünf Jahren 66.000 Web-Entwickler und Experten für Konzeption und Administration von vernetzten IT-Systemen sowie 27.000 Smart-Hardware- und Robotik-Entwickler.

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass neben der Nachfrage nach neuen Mitarbeitern auch die Notwendigkeit von Weiterbildung steigen wird: Den befragten Unternehmen zufolge besteht bis 2023 Weiterbildungsbedarf bei mehr als 2,4 Millionen Erwerbstätigen; sowohl bei der Vermittlung von digitalen wie nicht-digitalen Schlüsselqualifikationen als auch beim Umgang mit digitalem Lernen – der Fähigkeit der Mitarbeiter, sich selbst immer wieder Wissen anzueignen und sich fortzubilden, insbesondere auch bei und durch die eigene Nutzung digitaler Medien.

Unternehmen erwarten aber nicht nur, dass sich die Anforderungen an Kompetenzen und die Stellenangebote auf dem Arbeitsmarkt ändern werden, sondern auch, dass die Belastungen in der digitalisierten Arbeitswelt zunehmen werden. Dies ergab eine Befragung von 579 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen aus dem In- und Ausland im Rahmen der Studie „HR- und Gesundheitsmanagement in der Arbeit 4.0“ des Projekts „Maßnahmen und Empfehlungen für die gesunde Arbeit von morgen" (MEgA).

Die Befragten gehen mehrheitlich davon aus, dass die digitale Transformation zu einer Zunahme der psychischen Belastungen führen werde. Berichtet wird von einer steigenden Informationsflut und Verunsicherung der Belegschaft. Auch hier sehen die befragten Unternehmen einen hohen Qualifizierungsbedarf: KMU setzen dabei vor allem auf die Schulung von Sozialkompetenzen bei Fach- und Führungskräften, Großunternehmen legen dagegen den Fokus auf den Umgang mit digitalen Technologien und virtueller Zusammenarbeit.

Im Bereich Gesundheitsmanagement sind laut den Unternehmensvertretern vor allem Maßnahmen zur Stressbewältigung und Förderung des Wohlbefindens gefragt. Es seien Strategien erforderlich, um bereits bestehende Angebote besser zu kommunizieren und die Belegschaft zur Teilnahme zu motivieren.

Die Ergebnisse der Befragung fließen in die Toolbox „Gesunde Arbeit 4.0" ein, die das Projekt MEgA derzeit entwickelt, um Unternehmen auf den Wandel der Arbeit vorzubereiten. Auch die Ergebnisse der Future-Skills-Studie werden weiter verfolgt: In weiteren Papieren zu den Veränderungen am Arbeitsmarkt durch Digitalisierung werden konkrete Herausforderungen und Handlungsoptionen für Personalabteilungen, Bildungseinrichtungen und die Politik in den Mittelpunkt gerückt.