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15.08.2019

Zukunftscluster-Initiative: Förderung von regionalen Innovationsnetzwerken

Langfristige Zusammenarbeit zwischen zukunftsgestaltenden Akteuren aus Unternehmen, Gesellschaft und Wissenschaft

Stichtag:
 15.11.2019

Der Transfer grundlegender Ergebnisse der Forschung in innovative Produkte und Dienstleistungen ist ein wesentlicher Faktor für Wirtschaftswachstum, Wohlstand und Lebensqualität. Mit der digitalen Transformation verändert sich das globale Innovationsgeschehen rasant. Besonders erfolgreich gelingt der Transfer aus der Forschung in die Anwendung dort, wo sich geografisch konzentrierte Partnerschaftsstrukturen zu langfristig angelegten regionalen Innovationsnetzwerken entwickeln. Solche Cluster vereinen Wirtschaft, Wissenschaft und weitere Akteure in vollständigen Wertschöpfungsketten.

Mit der Förderrichtlinie zur „Zukunftscluster-Initiative“ werden die Erfahrungen aus cluster- und vernetzungsorientierten Förderansätzen aufgenommen und auf aktuelle Ergebnisse der Forschung, die erst an der Schwelle zur Umsetzung stehen, angewandt. Ziel ist es, regionale Partner auf Basis exzellenter Ergebnisse aus grundlegender Forschung in Innovationsnetzwerken zu verbinden. Damit soll entscheidend dazu beigetragen werden, dass neueste Technologien, wissenschaftliche Methoden und Instrumente schnellstmöglich in Anwendungen überführt werden.

In der „Zukunftscluster-Initiative“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Zusammenarbeit zwischen zukunftsgestaltenden Akteuren aus Unternehmen, Gesellschaft und Wissenschaft mit einer langfristigen Perspektive über

  • Vorhaben im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) sowie
  • innovationsbegleitende Aktivitäten.

Von den regionalen Innovationsnetzwerken der „Zukunftscluster-Initiative“ sollen Strategien entwickelt und umgesetzt werden, um herausragende Cluster zu gestalten, die das Profil des Innovationsstandortes Deutschland in der Zukunft mitprägen und zu Lösungen für globale Herausforderungen wie sie beispielsweise in den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen formuliert sind, beitragen können. Damit werden im Einzelnen nachstehende Ziele verfolgt:

  • Frühzeitiges Erkennen und Ausbauen neuer Forschungs- und Innovationsfelder mit großem Wachstums- und ­Lösungspotenzial
  • Frühzeitige und zunehmende Einbindung von Wirtschaft und Gesellschaft in die Konzeption und Umsetzung der geplanten Entwicklungen
  • Nachhaltiger Kompetenz- und Ressourcenaufbau

Die „Zukunftscluster-Initiative“ ist als wettbewerbliches Verfahren ausgelegt. Der Auswahlprozess ist zweistufig und umfasst die Einreichung einer Wettbewerbsskizze sowie eine sechsmonatige Konzeptionsphase. Das BMBF fördert im Rahmen der Bekanntmachung zunächst sechsmonatige Projekte zur Konzeptionsphase – in der Regel bei Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Anschließend wird die Umsetzung von erarbeiteten Strategien für die regionalen Innovationsnetzwerke über FuE-Projekte sowie innovationsunterstützende Aktivitäten in maximal drei Förderphasen von jeweils bis zu drei Jahren gefördert. Zur Förderung in der Umsetzungsphase ausgewählt werden die Wettbewerbsbeiträge mit besonders aussichtsreichen Strategien und Projekten. Für jede der drei maximal möglichen, aufeinander aufbauenden dreijährigen Umsetzungsphasen stehen pro gefördertem Cluster und Jahr Fördermittel in Höhe von bis zu 5 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei sehen die drei Umsetzungsphasen eine zunehmende – auch finanzielle – Beteiligung der Wirtschaft verbunden mit einer zunehmenden Etablierung der Clusterstrukturen und einer zunehmenden Anwendungsorientierung der geförderten FuE-Vorhaben vor. In der Wettbewerbsrunde werden voraussichtlich fünf bis sieben Cluster gefördert.

Es ist grundsätzlich möglich, zu allen Themen und Anwendungsbereichen Wettbewerbsbeiträge einzureichen. Vorrangig werden unter anderem Anträge zu folgenden Handlungsfeldern gesehen:

  • die Gestaltung von Wirtschaft und Arbeit 4.0, aufbauend auf den Ansätzen von Industrie 4.0 und unter Einbezug von Smart Services und autonomen und lernenden Systemen,
  • Lösungen für Mobilität und Kommunikation, insbesondere autonome Fahrzeuge der höchsten Stufe sowie sichere und leistungsfähige Netze für die Fläche.

Die Handlungsfelder sind mit neuen wissenschaftlichen Ansätzen und innovativen Technologien zu verknüpfen und diese mittel- und langfristig in Anwendungen zu überführen. Geeignete Ansätze sind beispielsweise: künstliche Intelligenz, autonome und lernende Systeme sowie Quantentechnologie.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF den Projektträger Jülich beauftragt. Für die Auswahlentscheidung über die Förderung der sechsmonatigen Konzeptionsphase sind dem Projektträger bis spätestens 15. November 2019 Wettbewerbsskizzen einzureichen.