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Studie: "Die volkswirtschaftliche Bedeutung von digitalen B2B-Plattformen im Verarbeitenden Gewerbe"

B2B-Plattformen sind in der deutschen Industrie angekommen

Herausgeber: 
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Veröffentlichungsdatum: 
30.09.2019

Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Auftrag gegebene Studie "Die volkswirtschaftliche Bedeutung von digitalen B2B-Plattformen im Verarbeitenden Gewerbe" unterstreicht, dass sich die Plattformen in den traditionellen Strukturen des Verarbeitenden Gewerbes etabliert haben: So nutzten 30 Prozent der Industriebetriebe Deutschlands im Jahr 2018 sogenannte "Transaktions-Plattformen" für den digitalen Produktvertrieb oder "Internet of-Things (IoT)-Plattformen" für digitale Dienstleistungen in der Produktion. Neun Prozent der Unternehmen nutzten sogar beide Plattformtypen. Aktuell lassen sich jedoch nur geringe Umsatzeffekte damit erzielen, lediglich avancierte Plattformnutzer weisen einen im Schnitt höheren Innovations- sowie Dienstleistungsumsatz auf als andere Betriebe. Aus den daraus entstehenden Umsatzeffekten lässt sich errechnen, dass das Plattformgeschäft einen Anteil von 1,5 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes ausmacht.

Die Plattformnutzung dürfte stetig zunehmen, da bis 2021 weitere 15 Prozent der Betriebe ins Plattformgeschäft einsteigen wollen, was eine zusätzliche Innovations- und Dienstleistungsneigung der Industrie mit sich bringen könnte.

Neben den Chancen weist die Studie auch auf Herausforderungen durch das B2B-Plattformgeschäft hin: So könnten Transaktions-Plattformen, die eher von Unternehmen mit einem kleinen und einfach gestrickten Produktportfolio genutzt werden, zu einem stärkeren Wettbewerb führen, da sie günstigeren Anbietern aus Schwellenländern einen leichteren Marktzugang verschaffen. Zur vermehrten Nutzung von IoT-Plattformen, auf die eher Hersteller komplexerer Produkte mit kleineren Losgrößen zurückgreifen, braucht es hingegen einen radikalen Kulturwandel auf Betriebsebene hin zu einer stärker datenbasierten und geschäftsmodellorientierten Sichtweise. Auch die Monopolposition einzelner global bekannter Plattformbetreiber könnte sich zukünftig als herausfordernd erweisen, da produzierende Betriebe ihre Geschäftsmodelle an denen der großen Betreiber ausrichten müssen.