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15.10.2018

Qualifizierung für die Digitalisierung erfordert lebenslanges Lernen

Handlungsoptionen und Forschungsergebnisse zur Zukunft der Weiterbildung vorgestellt

Am 19. September wurde das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vorgelegte „Qualifizierungschancengesetz“ im Kabinett verabschiedet. Das Gesetz soll es Beschäftigten erleichtern, die erforderlichen Kompetenzen und Qualifikationen für eine sich wandelnde Arbeitswelt zu erwerben. Dazu soll der Zugang zur Weiterbildungsförderung und -beratung einfacher und flexibler gestaltet werden. Die Bundesregierung unterstreicht damit die Bedeutung des lebenslangen Lernens für die Arbeitswelt der Zukunft.

Der HR-Kreis von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, der sich aus Personalvorständen führender deutscher Unternehmen zusammensetzt, und die Jacobs Foundation haben gemeinsam mit der Hans-Böckler-Stiftung Handlungsempfehlungen für Politik und Unternehmen vorgestellt, wie sich die Einführung dieses Konzepts effektiv fördern ließe. Deren Umsetzung sei erforderlich, um die digitale Transformation in Deutschland erfolgreich zu gestalten.

Das Papier empfiehlt Unternehmen, lebenslanges Lernen strategisch zu verankern, sowie die Einführung lernförderlicher Arbeitsbedingungen. Der Politik legt das Papier nahe, zum einen ein nationales Kompetenz-Monitoring aufzubauen, um Erkenntnisse über die erforderlichen Kompetenzen zur Sicherung der Innovationsfähigkeit Deutschlands zu gewinnen. Zum anderen werden verschieden Möglichkeiten zur Förderung des lebenslangen Lernens angeregt: So sei es nach Meinung der Autorinnen und Autoren zielführend, die Rolle der Hochschulen in der beruflichen Weiterbildung zu stärken, finanzielle Unterstützung und Anreize zur Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen und unternehmensinternen Wissensweitergabe zu schaffen sowie staatliche Förderprogramme im Bereich Forschung und Innovation (FuI) gezielt um Verwertungsaspekte für die Qualifizierung zu erweitern. Die Expertinnen und Experten regen zudem an, ein Monitoring zur Erfolgsmessung der angestoßenen Maßnahmen einzusetzen und intelligente Lernsysteme besser in die Wissensvermittlung zu integrieren. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermögliche beispielsweise die automatische Erfassung von Lernfortschritten und Lernbedarfen.

Mit konkreten Umsetzungen von Konzepten zur Integration des lebensbegleitenden Lernens in den betrieblichen Alltag befasst sich der Förderschwerpunkt „Innovative Ansätze einer zukunftsfähigen beruflichen Weiterbildung (InnovatWB)“. In den vergangen drei Jahren hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen von InnovatWB 34 Projekte von 63 Partnern aus Wissenschaft und Praxis zur Erforschung, Entwicklung und Erprobung von Grundlagen und Konzepten für eine zukunftsfähige berufliche Weiterbildung gefördert. Wissenschaftlich begleitet wurden die Projekte vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Am 11. Oktober kamen mehr als 100 Bildungsexpertinnen und -experten zu einer Abschlussveranstaltung in Berlin zusammen, um die zentralen Ergebnisse des Förderprogramms zu diskutieren. Sie forderten eine Neuausrichtung der beruflichen Weiterbildung in Deutschland, um den technologischen und gesellschaftlichen Wandel bewältigen und gestalten zu können. Insbesondere müssten sich die Bildungsmaßnahmen stärker an den konkreten Bedürfnissen und Möglichkeiten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausrichten, besser in die beruflichen Tätigkeiten integriert und die individuellen Lernprozesse professionell begleitet werden.