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12.09.2019

Forschungsprojekt entwickelt mit Augmented Reality smarte Services für die Industrie

KMU sehen großen Nutzen in dem Plattformkonzept

Augmented Reality (AR) bietet Unternehmen viele Möglichkeiten, Produkte und Prozesse zu optimieren. Der zielgerichtete Einsatz von Technologien der erweiterten Realität erfordert allerdings hohes Expertenwissen. Im Berliner Smart Data Forum stellte das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM aus Paderborn die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projektes "AR-basierte Produkt-Service-Systeme" (AcRoSS) vor.

Daniel Röltgen, AcRoSS-Projektleiter vom Fraunhofer IEM erläuterte:

„Ob Videospiel oder Vertriebsunterstützung – Augmented Reality ist in vielen Bereichen bereits erfolgreich im Einsatz. Besonders kleine und mittlere Betriebe profitieren derzeit aber wenig von den Möglichkeiten, da der Entwicklungsaufwand sehr hoch ist. Unsere AcRoSS-Plattform ist eine Möglichkeit, diese Aufwände zu reduzieren. Wir zeigen spannende Potenziale für zusätzliche Dienste und Geschäftsmodelle mit AR auf."

Die Grundidee: Aus fertigen Bausteinen können Unternehmen individuelle Augmented Reality-Lösungen und Services erstellen und sie sogar über die Plattform betreiben. Der Maschinenbauer Krause-Biagosch hat das Plattformkonzept getestet und sieht großen Nutzen für seine Kunden. Die Reparatur von Maschinen im Einsatz kann aufwendig und teuer sein. Künftig könnte Krause-Biagosch die Reparaturanleitung über ein AR-Datenbrille ins Sichtfeld seiner Kunden projizieren und so zusätzliche Dienstleistungen anbieten. Auch das Raumfahrtunternehmen Ariane Group erarbeitete eine Pilotanwendung für die Plattform. So könnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Montage der Ariane-6-Trägerrakete Bauanleitungen Schritt für Schritt über eine AR-Brille erhalten.

Sowohl die Reparatur- als auch die Montageanleitungen stellen sogenannte Smart Services (datenbasierte Dienste) dar. Über die AcRoSS-Plattform könnten die Services mit verschiedenen vorgefertigten Augmented Reality-Bausteinen wie Positionserkennung oder Gestensteuerung zusammengesetzt werden. Kommunikation und Datenübertragung erfolgen zentral über die Plattform-Software. In Betrieben, wo kostspielige und aufwendige Eigenentwicklungen nicht möglich sind, könnte die Plattform also einen einfachen Zugang zur Technologie Augmented Reality eröffnen.

Ermöglicht wurde das Projekt AcRoSS (März 2016 – Februar 2019) durch eine Förderung im Technologieprogramm "Smart Service Welt – Internetbasierte Dienste für die Wirtschaft" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Ziel des Programms ist es, neue intelligente Dienste (Smart Services) anhand konkreter Lösungen zu entwickeln.