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31.01.2019

Deutsch-Schwedische Kooperation: Vernetzte Produktion für Industrie 4.0

Aachener Fraunhofer-Institute entwickeln mit schwedischen Forschenden Testumgebung

Viele Industrie-Unternehmen sind heute an verschiedenen Standorten und zugleich in mehreren Ländern aktiv. Doch obwohl überall die gleichen Maschinen stehen und identische Produktionsvorschriften gelten, variiert die Qualität der Produkte, die in verschiedenen Werken hergestellt werden, oftmals. Fraunhofer-Expertinnen und -Experten haben deshalb zusammen mit schwedischen Forschungs- und Industriepartnern Produktionsanlagen standortübergreifend vernetzt. Das Ergebnis ist das "Swedish-German Testbed for Smart Production", in dem künftig neue Technologien für die vollständig vernetzte Produktion entwickelt und geprüft werden können. Ziel ist es, die Produktion zu optimieren und effizienter zu machen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem 5G-Mobilfunkstandard, der künftig die Produktionsmaschinen und die Steuerzentrale miteinander verknüpft.

Um die Vernetzung zwischen verschiedenen Standorten und Ländern zu testen, verteilt sich das Testbed auf drei Standorte – Aachen, Chemnitz und Stockholm. Mit von der Partie sind unter anderem die drei Aachener Fraunhofer-Institute für Produktionstechnologie IPT, für Lasertechnik ILT sowie Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME mit ihrem Leistungszentrum "Vernetzte, adaptive Produktion".

Die ersten Produkte, für die derzeit im schwedischen Testbed eine vernetzte Produktion aufgebaut wird, sind Getriebeteile, die in Nutzfahrzeugen von Scania und Volvo zum Einsatz kommen. An diesem Beispiel wollen die Experten die herkömmliche Produktion gleich in mehrfacher Hinsicht verbessern – unter anderem die Bearbeitung von Metallteilen in Werkzeugmaschinen, in denen ein Werkstück durch den Fertigungsprozess »Wälzschälen« in ein Hightech-Getriebeteil verwandelt wird.

Die vernetzten Testumgebungen bringen viele Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammen und bieten den Partnern die Chance, voneinander zu lernen. Besonders kreativ sei die Zusammenarbeit auch, weil durch die internationalen Partnerschaften verschiedene Mentalitäten zusammenkommen. So erklärt Jannik Henser, geschäftsführender Direktor des PMH Application Lab in Stockholm:

„Die Schweden sind neuen Technologien gegenüber sehr aufgeschlossen, insbesondere im Bereich der Kommunikation. Die deutschen Partner wiederum bringen beispielswiese ihre Expertise aus dem Werkzeugmaschinenbau ein. Diese Kooperation ist weit mehr als die Summe ihrer Teile.“

Während der Hannover-Messe vom 1. bis zum 5. April 2019 wird die deutsch-schwedische Zusammenarbeit gleich an mehreren Ständen vorgestellt. Die Aachener Institute stellen in Halle 6, Stand A30 weitere Beispiele für die vernetzte Produktion vor - nicht nur aus der Werkzeugmaschinen-Branche, sondern unter anderem auch aus den Life Sciences.